Frankreichs Präsidentschaftswahlen

Die Story im Ersten: Frankreich vor der Wahl – rechts gegen rechts und alle gegen Macron

 

Krieg im Osten, Migration, Kampf gegen den Klimawandel – Europa steht vor gewaltigen Herausforderungen. Doch ausgerechnet Deutschlands wichtigster Verbündeter durchlebt politisch aufwühlende Zeiten. In Frankreich wird im April ein neuer Präsident oder eine neue Präsidentin gewählt und im erstarkten, rechten Lager dröhnt Hass auf Flüchtlinge und den Islam, sehnt man sich nach dem Frankreich von gestern und der Rückkehr zu Größe und Bedeutung. Ein Land auf der Suche nach seiner Identität. Wie sehr driftet Frankreich nach rechts?

Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass dieser Wahlkampf ein neues Phänomen erlebt: Gleich zwei Kandidaten aus dem extrem rechten Lager setzten Amtsinhaber Macron unter Druck. Neben der altbekannten Marine Le Pen punktet der bisherige Fernsehmoderator Eric Zemmour mit Hasstiraden und Ausländerfeindlichkeit. Und die Republikaner schicken mit Valérie Pécresse eine Kandidatin ins Rennen, die in ihrer Partei ebenfalls dem rechten Flügel zugerechnet wird. Und so vereinen die Konservativen und extremen Rechten nach Umfragen mehr als 45% der Stimmen auf sich. Macron versucht sich unterdessen als Außenpolitiker zu profilieren, vermittelt im Ukraine-Konflikt und wirbt mit dem Vorsitz der EU-Ratspräsidentschaft für die Europäische Union, als schwebte er über den Dingen. Doch im Innern des Landes braut sich etwas zusammen.

Der Film zeigt, worauf Frankreich mit der Wahl zusteuert. Er will ergründen, woher die Wut und die Angst vieler Franzosen kommen und warum so viele von ihnen bereit sind, extreme, politische Positionen zu wählen. Er sammelt dafür Stimmen quer durch die französische Republik: bei Wahlkämpfern, in einer muslimischen Gemeinde, bei einer Hebamme vom Land, bei einem Flüchtling aus Libyen u.v.m. Es ist eine Reise ins Herz des französischen Wahlkampfs, der selten so spannend und gefährlich war.

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